Möggingen am Mindelsee

Auf „halbem” Weg zwischen Flensburg und Genua, einem Abschnitt des Europäischen Fernwanderweges E1, liegt das Dorf MÖGGINGEN am Mindelsee. Früher eigenständig, ist es seit 1974 mit seinen um die 850 Einwohnern der kleinste Ortsteil der Großen Kreisstadt Radolfzell am Bodensee.
 
Möggingen ist klein, aber ein geschichtsträchtiger Ort. Seine Zeittafel reicht von steinzeitlichen Jägern am Mindelsee aus der Jungsteinzeit ca. 3.000 Jahre v. Chr., der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 860 über das Mittelalter, die Bauernkriege und den Dreißigjährigen Krieg bis in die Neuzeit und in unsere Gegenwart. Gebäude wie die Pfarrkirche St. Gallus, die Gruftkapelle und das Wasserschloss, welches der Familie von Bodman auch heute noch als Wohnsitz dient, erinnern an die Vergangenheit.

 



Gegenwart bedeutete in den letzten Jahren für Möggingen auch, aus Verlusten zu gewinnen. So brachte die verlorene Eigenständigkeit eine moderne Mehrzweckhalle - die „Mitgift”, welche die Stadt Radolfzell in die Verbindung einbrachte. Die Notwendigkeit, die Küchenausstattung der Halle selbst zu finanzieren, führte 1998 zur Gründung der Vereinsgemeinschaft, die seither das Dorfleben maßgeblich mitgestaltet und belebt. Die Schließung der Sparkassen-Zweigstelle im Jahr 2002 machte einen Raum im Rathausgebäude frei für die Einrichtung des "Rathausstübles", das sich seit 2004 als „Vereinskneipe” großer Beliebtheit erfreut. Zum Schuljahr 2012/13 wurde die Mögginger Grundschule stillgelegt, dafür ist aus dem ehemaligen Schulgebäude und dem Kindergarten das moderne Kinderhaus Bullerbü entstanden. 2016 eingeweiht bietet es ein breites vorschulisches Angebot, das auch an Kinder und Eltern gerichtet ist, die nicht im Dorf wohnhaft sind.
 
Prägend für Möggingen ist der Mindelsee mit seinem gleichnamigen Naturschutzgebiet, welches von Landschaftsschutzgebieten umgeben ist. Möggingen ist Bioenergiedorf mit einer eigenen Nahwärmeversorgung. Die enge Verbindung des Dorfes mit dem Thema Umwelt wird auch dadurch begünstigt, dass zwei Institutionen von überregionaler Bedeutung sich hier niedergelassen haben: die Hauptgeschäftsstelle des BUND Baden-Württemberg im sanierten Gebäude der „Alten Mühle” im Ortskern und das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, ursprünglich nur im Wasserschloss untergebracht, inzwischen in ein modernes Gebäude am Ortsrand gezogen.
 




Gemeinsam etwas schaffen und bewirken ist vielen Dorfbewohnern ein Anliegen, was auch in der jüngeren Geschichte zu einigen „Highlights” führte, die über Möggingen hinaus Wellen schlugen und das Dorf in der Region bekannt machten. So wurde mit dem Dorfmusical „Die indische Prinzessin” im Jahr 2010 anlässlich der 1250-Jahrfeier eine alte Tradition des Laienspiels wiederaufgenommen und 2017 mit dem Schachspektakel „Matt am Nachmittag” fortgeführt. Jährlich begeht man enthusiastisch die alemannische Fasnacht, deren Höhepunkte die Bunten Abende der Welsbärte sowie der Zug durchs Dorf am „Schmutzige Dunnschtig” sind. Seit 2012 gibt es ein Backhaus in Möggingen, das vom Backhüsleverein betrieben wird, der alle zwei Wochen Backtage organisiert und ein selbstverständlicher Teil des Dorflebens geworden ist. 2017 nahm man am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” teil und gewann eine Silbermedaille für die Leistungen bei der Dorfentwicklung. Ein Ergebnis des Entwicklungsprozesses ist die Gründung der Nachbarschaftshilfe Möggingen, welche seit Sommer 2021 für die ganze Stadt Radolfzell tätig ist.


 
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